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Winter in Lima

Im Winter bringt Lima die Idee des Elends zu ihrem vollendeten Ausdruck. Das Elend ist eine Folie, die die Oberfläche zersetzt, aber zugleich im Herzen der Dinge nistet. Die Feuchtigkeit ist eine Kristallisation, ein infektuöses System, das alles unwirklich macht und sich an den Fassaden der Häuser, am Rand der Autos, zwischen den Spalten ausbreitet. Die Dinge haben keinem Umrisse. Das Meer ist der Himmel. Die Erde ist die Luft. Die Farbe des Winters ist weder das Grau noch das Weiß, auch nicht der Ton von Blei. Es ist eine nicht greifbare Farbe, die Abwesenheit von Farbe. Vielleicht könnten wir den Winter von Lima als Glanz der Schäbigkeit bezeichnen. Alles, was existiert, wird von Lima immer zum Nichts überhöht.” aus: Die blaue Stunde, Alonso Cueto